Was ist ein Lastgangzähler / rLM?
Die rLM-Lastgangmessung, kurz für „registrierende Leistungsmessung“, ist ein Verfahren in das bei Verbrauchern mit mehr als 100 MWh p.a oder Erzeugungsanlagen mit mehr als 100 kWp installierter Anlagenleistung zum Einsatz kommt.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Zählern, zeichnen rLM-Zähler kontinuierlich den tatsächlichen Stromverbrauch /-Erzeugung in festgelegten Zeitintervallen auf. Das Intervall in Deutschland beträgt 15 Minuten. Bei Strom wird neben der Wirkarbeit auch die Blindarbeit in den Quadranten QI, QII, QIII und QIV gemessen. Die Synchronisation der Zeit erfolgt bei acteno je nach Anwendungsfall via NTP oder GPS.
Was ist ein intelligentes Messsystem (iMS)
Häufig werden diese Messgeräte als „Smart Meter“ bezeichnet. Sie bieten die Möglichkeit, Ihre Verbrauchsdaten digital anzuzeigen und diese Daten bis zu zwei Jahre lang im Gerät zu speichern. Die Erfassung des Zählerstands erfolgt in einem Intervall von 15 Minuten. Im Gegensatz zu den mME-Geräten können die iMS-Geräte mittels eines Gateways und einer vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierten Datenverbindung Datenpakete austauschen. Diese Datenpakete dürfen ausschließlich von zertifizierten und überprüften Marktteilnehmern, wie beispielsweise Ihrem Netzbetreiber oder Stromversorger, eingesehen und verarbeitet werden.
Aktuell sind diese Messsysteme jedoch nur für Kunden in der Niederspannung mit einem maximalen Jahresverbrauch von 100 MWh p.a. und für Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung von 100 kWp vorgesehen.
Was ist eine moderne Messeinrichtungen (mME)
Diese Variante von Messgeräten verfügt über ein digitales Anzeigefeld und hat die Fähigkeit, Ihre Erzeugungs-/ Verbrauchsdaten bis zu zwei Jahre lang intern zu archivieren. Jedoch fehlt ihnen die Verbindung zu einem Datennetzwerk, wodurch sie keine Daten senden oder empfangen können. acteno setzt ausschließlich auf Messsysteme welche fortlaufend über ein Datennetzwerk eingebunden werden können und bietet somit keine moderne Messeinrichtungen an.
Was ist SLP?
Ein SLP-Zähler, kurz für Standardlastprofil-Zähler, ist ein Gerät, das vornehmlich in Orten mit niedrigem Energiebedarf wie Privatwohnungen und kleinen Unternehmen Verwendung findet. Diese Zähler zeichnen keine Leistungsdaten auf, sondern erfassen lediglich den Gesamtverbrauch, der einmal jährlich abgelesen wird. Der Verbrauch wird anhand vordefinierter Standardlastprofile geschätzt, welche die Grundlage für monatliche Vorauszahlungen bilden. Am Ende des Jahres wird anhand des realen Verbrauchs abgerechnet.
Die Bedeutung von Standardlastprofilen liegt darin, die Schwankungen im Energieverbrauch, die durch zeitliche und wetterbedingte Einflüsse entstehen, besser vorhersagen und verstehen zu können. Dies gewährleistet, dass stets genügend Energie entsprechend dem aktuellen Bedarf zur Verfügung steht. Für eine effiziente Zuweisung und Verwaltung werden Verbraucher in verschiedene Kategorien wie Haushalte, Gewerbe oder Produktionsstätten eingeteilt.
Der Einsatz eines SLP-Zählers ist typischerweise bei kleineren Verbrauchsstellen anzutreffen, wo der jährliche Stromverbrauch unter 100.000 kWh liegt. Übersteigt der Verbrauch diese Marke, ist stattdessen die Installation eines RLM-Zählers (Registrierende Leistungsmessung) erforderlich, der eine detailliertere Erfassung und Analyse des Energieverbrauchs ermöglicht.
Was ist rLM?
RLM-Zähler, die für Registrierende Leistungsmessung stehen, sind bei Verbrauchsstellen mit einem Jahresverbrauch über 100.000 kWh laut der Stromnetzzugangsverordnung (StromNZV) ein Muss. Diese Zähler kommen vorwiegend in großen Unternehmen und der Industrie zum Einsatz, da sie den Energieverbrauch laufend erfassen. Der Einsatz von RLM-Zählern trägt somit auch zur Gewährleistung der Stabilität des Stromnetzes bei.
Bezüglich der Netzentgelte spielen RLM-Zähler eine wichtige Rolle für Unternehmen. Im Gegensatz zu SLP-Zählern, bei denen die Netzentgelte auf Basis des Energieverbrauchs pro Kilowattstunde plus eines pauschalen Grundpreises berechnet werden, setzen sich die Kosten bei RLM-Zählern aus einem Arbeitspreis pro Kilowattstunde und einem Leistungspreis zusammen. Der Leistungspreis hängt von der maximalen Leistungsaufnahme (Leistungsspitze) ab, die das Lastprofil bestimmt. Somit kann eine hohe Leistungsspitze die Netzentgelte erhöhen.
Für Erzeugungsanlagenbetreiber, Gewerbe- und Industriekunden mit solchen Zählern bedeutet dies, dass sie monatliche, exakte Abrechnungen Ihres Energieverbrauchs oder der Energieerzeugung erhalten. Diese Genauigkeit ermöglicht es Unternehmen, ihr Lastprofil zu optimieren und somit bei den Netzentgelten Einsparungen zu erzielen. Auch ist dieses Verfahren wesentlich für die energiewirtschaftliche Beschaffung.